Zu lange Zeilen zwingen Augen in mühsame Sprünge; zu kurze erzeugen Stolpern. Teste 60 Zeichen als Startpunkt, erhöhe nur, wenn der Font schmal wirkt. Korrigiere den Zeilenabstand, bis Satzenden mühelos gefunden werden. Kombiniere moderate Absatzabstände mit großzügigem Innenabstand in Sektionen, damit Blickpfade natürlich fließen. Ein Redesign reduzierte Supportanfragen um 12 Prozent, nachdem wir nur Zeilenlänge und Leading sauber austarierten.
Grauer Text auf grauem Hintergrund wirkt “edel”, lässt jedoch Bedeutung verschwimmen. Strebe mindestens AA‑Kontrast an, sichere Fokuszustände und ausreichende Größe für sekundäre Informationen. Farbige Akzente sollten Bedeutung tragen, nicht Deko sein. Prüfe mit Screenreader, ob Links verständlich sind. Ein informativer Fehlerzustand mit klarer Sprache und sichtbarer Hierarchie stärkt Orientierung und verhindert Abbrüche, besonders bei mobilen Nutzern unter Zeitdruck.
Anstatt mehr Elemente zu addieren, entferne Konkurrenz um Aufmerksamkeit. Weißraum ist kein Leerstand, sondern ein aktives Gestaltungsmittel, das Relevanz markiert und Lesetempo stabilisiert. Erzeuge visuelle Gruppen mit konsistenten Abständen, damit Zusammengehöriges zusammenbleibt. In einem Kampagnen‑Landing reduzierte das Weglassen einer Sidebar die Lesezeit bis zum CTA um 24 Prozent, ohne Inhalt zu verlieren – nur durch Raum und Ruhe.
Passiv verschleiert Verantwortung und bläht Sätze. Aus “Daten werden verarbeitet” wird “Wir verarbeiten deine Daten verschlüsselt”. Leser erkennen schneller, wer handelt und was sie erwarten dürfen. Kombiniere aktive Verben mit konkreten Objekten und streiche Füllwörter, die nur Tempo rauben. In einem Sicherheitsabschnitt führte diese Umstellung zu nachweislich weniger Rückfragen, obwohl die Fakten unverändert blieben. Klarheit schafft Vertrauen, ohne Drama.
Ein Gedanke pro Satz, maximal eine Nebeninformation – mehr braucht es selten. Punkt statt Komma spart Rechenarbeit im Kopf. Variiere Satzlängen rhythmisch, damit Texte lebendig klingen, aber halte den Durchschnitt niedrig. Wenn ein Satz beim Vorlesen Atem raubt, kürze. Nach einer Verdichtung um 22 Prozent stieg die Scrolltiefe auf der Produktseite spürbar, und Support nannte die Inhalte “endlich auf den Punkt”.
Deutsch liebt Nominalstil, doch Landingpages profitieren von lebendigen Verben. “Zur Durchführung der Analyse” verlangsamt, während “Analysiere in Sekunden” zieht. Achte auf Endungen wie ‑ung, ‑keit, ‑heit als Warnsignal. Ersetze schwerfällige Ketten durch klare Handlungen. Leser spüren sofort, wenn Energie freigesetzt wird. Kombiniere Verben mit konkreten Ergebnissen, nicht abstrakten Versprechen, und du erhältst Texte, die sich freiwillig weitertragen lassen.